Drachenjagd im Team: Mehr Selbstständigkeit und neue Perspektiven
Erfahrungsbericht von Kristin Giesen

Unter der Zusammenfassung kannst du das vollständige Interview lesen.
Kurz zusammengefasst
- Wie war die Situation im Team?
- Weil Kristin künftig für zwei Teams zuständig ist, wünscht sie sich mehr Selbstständigkeit und eigenständige Entscheidungen im bisherigen Team.
- Warum die Drachenjagd?
- Das ungewöhnliche, abstrahierte Format sollte das Team aus dem Arbeitsalltag herausnehmen und Dinge sichtbar machen, die in einem normalen Workshop vielleicht verborgen bleiben.
- Haben sich alle beteiligt?
- Ja. Alle haben sich beteiligt, und Kristin war besonders von der großen Kreativität im Team überrascht.
- Wie war der Workshop-Tag?
- Der Tag war intensiv, hat viel Spaß gemacht und verging sehr schnell. In der anschließenden Retrospektive wurden die Learnings auf den Arbeitsalltag übertragen.
- Was ist besonders im Gedächtnis geblieben?
- Die vielen unterschiedlichen Lösungsansätze, die Krönung von Starfame zum König und der Flammenwerfer als Running Gag im Team.
- Was hat das Team mitgenommen?
- Die Drachenjagd machte Verhaltensmuster sichtbar und zeigte, welche Unterstützung einzelne Teammitglieder brauchen – etwa klare Leitplanken und gut formulierte Aufgaben.
- Was ist seitdem anders?
- Kristin bekommt weniger Rückfragen. Die Kolleginnen und Kollegen suchen eigenmotiviert nach Aufgaben und arbeiten weiter an ihren Ergebnissen.
- Wem würdest du die Drachenjagd empfehlen?
- Besonders Teams, die sich kennen, aber in neuen Konstellationen zusammenarbeiten.
Das vollständige Interview
Wie war die Situation in deinem Team vor dem Workshop?
Mein Team beschäftigt sich mit Softwaretesting und Anforderungsmanagement. Wir sind ein sehr großes, aber auch sehr junges Team mit vielen Werkstudierenden. Zusätzlich sollte im September noch ein weiteres Team in die Abteilung kommen. Das bedeutet, dass ich künftig für beide Teams Zeit haben muss und für mein bisheriges Team etwas weniger Zeit zur Verfügung steht. Deshalb wünsche ich mir, dass die Kolleginnen und Kollegen noch selbstständiger agieren und eigenständig Entscheidungen treffen können.
Warum hast du dich für die Drachenjagd entschieden?
Ich fand den Ansatz spannend, weil er etwas ganz anderes war, als ich bisher erlebt hatte. Die Drachenjagd passte für mich gut, weil man aus der täglichen Situation einfach mal komplett herausgerissen wird. Ich hatte gehofft, dass dadurch vielleicht das eine oder andere sichtbar wird, was in einem normalen Workshop nicht zutage gekommen wäre. Ein Bedenken war, dass sich vielleicht nicht alle beteiligen würden, weil wir auch sehr stille Charaktere im Team haben. Durch das Drachenjagen und die Abstraktion hatte ich gehofft, dass die Kolleginnen und Kollegen freier sind und sich leichter einbringen.
Hat sich diese Erwartung erfüllt?
Ja, tatsächlich hat sich eigentlich jeder beteiligt. Die Kolleginnen und Kollegen waren wirklich sehr kreativ. Die Fülle an Kreativität hat mich doch sehr überrascht und war sehr erfrischend.
Wie hast du den Workshop-Tag erlebt und wie hat er sich für dich angefühlt?
Der Tag war sehr intensiv und gleichzeitig ist die Zeit superschnell verflogen. Es hat total viel Spaß gemacht und schwuppdiwupp war der Tag einfach vorbei. Trotzdem waren wir am Ende, glaube ich, alle gut fertig, weil wir wirklich intensiv in die Themen eingestiegen sind. Am Vormittag waren wir drei Stunden bei der Drachenjagd, danach hatten wir gemeinsam eine Stunde Mittagspause. Am Nachmittag haben wir in einer dreistündigen Retrospektive die Learnings herausgezogen und auf den Arbeitsalltag übertragen.
Was hat dich an diesem Tag besonders überrascht und was wird dir am meisten im Gedächtnis bleiben?
Sehr überrascht hat mich die Kreativität und die Fülle an sehr unterschiedlichen Ansätzen, mit denen die Kolleginnen und Kollegen Hindernisse aus dem Weg geräumt haben. Das war sehr spannend. Eine Situation ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Starfame wurde zum König gekürt. Und der Flammenwerfer ist mittlerweile in unserem Team zu einem Running Gag geworden.
Welche Rückmeldungen hat das Team im Nachgang gegeben?
Aus dem Team kam die Rückmeldung, dass es spannend war, wie gut sich viele Verhaltensmuster aus der Arbeit auch auf die Drachenjagd übertragen ließen. Man hat viele dieser Muster im Spiel wiedererkannt. Das hätte ich am Anfang auch nicht gedacht, dass sie sich so ausgeprägt wiederfinden würden. Für die festangestellten Kolleginnen und Kollegen war es außerdem schön zu sehen, was insbesondere die jüngeren Kolleginnen und Kollegen und die Werkstudierenden brauchen, um eigenständig Entscheidungen treffen zu können. Wir haben dadurch ein gutes Gesamtbild bekommen: Wer ist wo angekommen? Wer kann schon sehr gut selbstständig Entscheidungen treffen? Wer braucht noch etwas mehr Starthilfe – und was unterstützt dabei? In unserem Fall waren feste Leitplanken und gut ausformulierte Aufgaben besonders hilfreich. Sie unterstützen die jüngeren und noch nicht so lange zugehörigen Kolleginnen und Kollegen dabei, eigenständig Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.
Was ist seit dem Workshop im Arbeitsalltag anders – und sind die gewünschten Veränderungen eingetreten?
Bisher sind natürlich erst zwei Wochen vergangen, und dazwischen lagen ein paar Feiertage. Deshalb lässt sich das noch nicht abschließend sagen. Ich habe aber schon den Eindruck, dass die Kolleginnen und Kollegen versuchen, eigenständiger zu agieren. Ich bekomme weniger Rückfragen wie: „Kristin, was soll ich jetzt tun?“ Stattdessen suchen sie sich teilweise eigenmotiviert Aufgaben und feilen noch einmal an ihren Arbeitsergebnissen. Ob dadurch schon direkt weniger Mails und Anrufe bei mir eingehen? Das ist jetzt nur mein erstes Bauchgefühl, aber ich würde auf jeden Fall sagen: ja.
Wem würdest du einen solchen Workshop empfehlen?
Ich glaube, die Drachenjagd passt perfekt zu Teams, die sich untereinander kennen, aber vielleicht in neuen Konstellationen zusammenarbeiten. Dafür ist sie meiner Meinung nach eine perfekte Art des Workshops.
Abschließender Wortwechsel
Jasmin Justen: Vielen Dank dir – und alles Gute weiterhin für dich und das Team.
Kristin Giesen: Danke.