Die EnBW geht Drachenjagen

Case-Study-Interview mit Marion Pastoors

Dauer: 7:18 Minuten
People Lead Marion von der EnBW im Gespräch mit Jasmin

Den vollständigen Erfahrungsbericht kannst du unter der Zusammenfassung lesen.

Kurz zusammengefasst

Wie war eure Situation vor dem Workshop?
Die Plattform besteht aus drei Teams mit wenig Berührungspunkten im Alltag. Sie wollten als Einheit enger zusammenwachsen.
Was war eure größte Herausforderung?
Es ging darum, die richtige Balance zwischen Nähe und Eigenständigkeit der Teams zu finden, obwohl sie im Daily Business kaum Überschneidungen haben.
Warum habt ihr euch für die Pen-and-Paper-Methode entschieden?
Das spielerische Format sollte ein Kennenlernen auf Augenhöhe ermöglichen – unabhängig von Fach- und Domainwissen.
Was war euch bei der Auswahl wichtig?
Der Workshop sollte für alle zugänglich sein, das Zusammenrücken als Team fördern und etwas Neues bieten.
Gab es anfangs Vorbehalte?
Es gab Skepsis gegenüber Pen and Paper und der Frage, warum man bei einem Offsite nicht inhaltlich arbeitet.
Was ist dir besonders im Gedächtnis geblieben?
Die Teams fanden sehr schnell ins Spiel und tauchten mit viel Einsatz in ihre Charaktere und die Spielwelt ein.
Was hat dich überrascht?
Auch einige erwartete Skeptiker waren begeistert dabei und brachten ihre persönlichen Stärken ins Spiel ein.
Wie hat das Team reagiert?
Trotz anfänglicher Skepsis hatten alle sehr viel Spaß und gaben im Nachgang positives Feedback.
Was hat sich seit dem Workshop verändert?
Die Kommunikation ist offener und ungezwungener. Außerdem tauschen sich Menschen mit ähnlichen Rollen teamübergreifend stärker aus.
Was macht ihr konkret anders?
Die Plattform plant mehr Präsenz: Jedes zweite monatliche Treffen soll vor Ort stattfinden und mit einer Aktivität außerhalb der Arbeit verbunden werden.
Wem würdest du den Workshop empfehlen?
Allen Teams, die etwas Neues ausprobieren und ihre Kolleginnen und Kollegen von einer anderen Seite kennenlernen möchten – unabhängig davon, wie eingespielt sie bereits sind.

Das vollständige Interview

Magst du dich einmal vorstellen? Was ist dein Name, deine Rolle und wo arbeitest du?

Ich bin Marion und People Lead für die Plattform Data Management bei der EnBW.

Wie sah eure Situation vor dem Workshop aus?

Wir sind eine Plattform, die aus drei Teams besteht. Wir haben eine thematische Klammer, aber im Alltag nur wenige Berührungspunkte. Diese Struktur gibt es seit der Transformation im Jahr 2023, und wir sind gerade auf dem Weg, enger zusammenzurücken.

Was war die größte Herausforderung, die ihr in dieser Zeit hattet?

Die größte Herausforderung liegt darin, auszutarieren, wie viel Nähe es zwischen den Teams braucht, damit wir sinnvoll als Einheit funktionieren – obwohl wir im Daily Business gar keine oder nur wenige Überschneidungen haben.

Gab es einen konkreten Auslöser dafür, dass ihr euch Unterstützung geholt habt?

Wir wollten uns als Plattform einfach einmal mehr Zeit füreinander nehmen und uns persönlich besser kennenlernen. Im Alltag funktionieren wir sonst vor allem über unsere Themen und Inhalte. Deshalb wollten wir inhaltliche Themen gezielt außen vor lassen und stattdessen das Zusammenspiel im Team in den Mittelpunkt stellen.

Warum habt ihr euch für die Pen-and-Paper-Methode entschieden?

Wir fanden das Konzept spannend, weil wir uns auf spielerische Weise besser kennenlernen konnten. Das Terrain – also Pen and Paper – war für uns alle neu und ungewohnt. Dadurch konnten wir mit den gleichen Voraussetzungen und auf Augenhöhe einsteigen, unabhängig von unserem jeweiligen Fach- und Domainwissen.

Was war euch bei der Auswahl des Workshops wichtig?

Mir war wichtig, dass der Workshop für alle zugänglich ist und wir das Zusammenrücken als Team in den Mittelpunkt stellen können. Persönlich fand ich es außerdem spannend, etwas Neues auszuprobieren. Ich hatte schon öfter von Pen and Paper gehört, aber noch nie selbst mitgemacht. Für uns alle war es also komplett neu.

Gab es anfangs Zweifel oder Vorbehalte bei dir und im Team?

Ich glaube, es gibt grundsätzlich Vorurteile gegenüber dem Spiel, weil man es vielleicht eher in eine nerdigere Richtung einordnet. Auch aus dem Team gab es Skepsis – sowohl gegenüber dem Thema selbst als auch bei der Frage: Warum arbeiten wir an diesem Tag nicht inhaltlich? Warum gehen wir für ein Offsite weg und spielen dann?

Gibt es Momente aus dem Workshop, die dir besonders im Gedächtnis geblieben sind?

Ich fand es grundsätzlich erstaunlich, wie schnell die einzelnen Teams ins Spiel gefunden haben. Für viele war am Anfang gar nicht klar, was genau der Auftrag oder die Aufgabe ist. Danach war es spannend zu sehen, wie schnell und gut sie sich in ihre Charaktere hineinversetzt haben. Sie haben ihre Charaktere konsequent durchgehalten, sind in die Spielwelt abgetaucht und waren mit viel Einsatz dabei.

Gab es einen Moment, der dich persönlich besonders überrascht oder berührt hat?

Mich hat besonders überrascht, dass einige Teammitglieder, die ich eher zu den Skeptikern gezählt hätte, dann doch sehr begeistert dabei waren. Unterhaltsam fand ich auch, wie die Leute ihre persönlichen Stärken eingesetzt haben. Zum Beispiel haben manche ihre Fähigkeiten als Verkäufer genutzt, um ihre eigene Idee im Team anzupreisen und die Geschichte entsprechend zu gestalten.

Wie hat das Team auf die Methode reagiert?

Ich hatte den Eindruck, dass trotz der anfänglichen Skepsis alle sehr viel Spaß an der Sache hatten. Auch im Nachgang gab es ausschließlich positive Rückmeldungen: Wir haben uns die Zeit für uns genommen und einmal etwas ganz anderes ausprobiert als das, was wir sonst immer tun.

Was hat sich seit dem Workshop in eurem Alltag oder in eurer Kommunikation verändert?

Ich glaube, viele haben an anderen Teammitgliedern noch einmal eine neue Seite entdeckt, die sie vorher so nicht kannten. Mich persönlich hat der Workshop den Teammitgliedern noch einmal nähergebracht. Ich habe den Eindruck, dass viele im Alltag jetzt offener und ungezwungener kommunizieren als vor dem Workshop. Obwohl wir spielerisch gearbeitet und nicht an inhaltlichen Themen gearbeitet haben, hat sich das auch auf unsere Arbeit ausgewirkt. Es gibt jetzt neue Austausche zwischen Menschen mit ähnlichen Rollen in den verschiedenen Teams, die vorher so nicht stattgefunden haben.

Gibt es etwas, das ihr konkret anders macht als vorher?

Wir haben grundsätzlich gemerkt, dass wir mehr Zeit live miteinander verbringen sollten. Wir arbeiten viel remote, und der persönliche Austausch kommt im Alltag schnell zu kurz. Deshalb haben wir uns entschieden, unsere monatlichen Treffen künftig jedes zweite Mal in Präsenz zu machen und immer mit einer Aktivität jenseits der Arbeit zu verbinden. Zum Beispiel wollen wir nach einem Monatsmeeting gemeinsam auf den Weihnachtsmarkt gehen. Der Wunsch dazu kam aus dem Team heraus: Wir möchten uns öfter als drei- oder viermal im Jahr alle vor Ort treffen.

Wem würdest du einen solchen Workshop empfehlen?

Ich glaube, dass sich der Workshop für alle Teams eignet, die gerne etwas Neues ausprobieren und neugierig darauf sind, ihre Kolleginnen und Kollegen von einer anderen Seite kennenzulernen. Dabei kommt es meiner Meinung nach gar nicht so sehr darauf an, ob es ein neues oder bereits eingespieltes Team ist. Ich denke, jedes Team kann etwas daraus mitnehmen. Allein das Gefühl, gemeinsam einen Charakter und eine Geschichte erschaffen zu haben, verbindet. Und diese Verbindung trägt sich auch noch eine ganze Weile nach dem Workshop weiter. **Jasmin Justen:** Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Dir und dem Team weiterhin alles Gute.

Abschließender Wortwechsel

Marion Pastoors: Sehr gern.